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Rudi Baerwind

Mannheim 1910 -
Mannheim 1982


Der deutsche Maler Rudi Baerwind wird 1910 in Mannheim geboren und beginnt sein Studium an der Münchner Akademie der Künste, um es an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin und an der Pariser Académie Fernand Léger fortzusetzen. Sein erster Parisaufenthal erfolgt im Jahr 1932, gefolgt von einem zweiten Besuch 1936, wo der Künstler am "Salon des Surindepéndants" teilnimmt.
Drei Jahre später wird der in der französischen Metropole lebende Rudi Baerwind interniert und im Jahr 1942 mit dem deutschen Einmarsch in Frankreich zur Wehrmacht eingezogen.
1944 gerät er in russische Kriegsgefangenschaft und beginnt nach dem Verlust seiner Werke im Jahr 1945 einen Neuanfang in seiner Geburtsstadt. Dort arbeitet Rudi Baerwind, der zunächst in Anlehnung an den frühen deutschen Expressionismus bewegte Figurenkompositionen schafft, sich nach einer surrealistischen Phase an der abstrakten Kunst orientiert, die sich in der Nachkriegszeit zum internationalen Stil ausweitet. Er siedelt 1957 wieder nach Paris über, Baerwinds künstlerisches Arbeiten gerät dort unter den Einfluss des französischen Informel.
Kurzzeitig kommt es dabei zu einer Mischung abstrakter und figürlicher Elemente, die sein Schaffen in die Nähe der Gruppe "CoBrA" einordnen lassen. Der Künstler lebt im Wechsel in Paris und Mannheim und organisiert im Jahr 1959 die erste deutsch-französische Kunstausstellung, die in München und Paris präsentiert wird.
Rudi Baerwind gründet 1968 in Mannheim das experimentelle "Symposion der Künste" als Ausstellungs- und Begegnungsort und wird zum Ehren-Mitglied an den Akademien in Rom und London ernannt.
Anfang der 70er Jahre finden sich in Baerwinds späten Werk Motive und Themen aus der buddhistischen Kunst und klassischen Mythologie. Er schafft die sogenannten "Tantra-Bilder" und eine Reihe von Werken, in denen der Künstler sich mit der klassischen Periode des verstorbenen Pablo Picasso auseinandersetzt.
Der im Jahr 1972 mit dem "Grand Prix international de France" ausgezeichnete Künstler wird anlässlich seines 70. Geburtstages im Jahr 1980 mit einer großen Retrospektive in der Mannheimer Kunsthalle geehrt.
Rudi Baerwind verstirbt im November 1982 und hinterlässt ein Gesamtwerk, das neben seinen abstrakten Kompositionen, Porträts, Materialbilder und Reliefs in Beton umfasst. Erweitert wird das gesamte Werk um viele Glasfenster und Wandmalereien, die der Künstler v.a. in öffentlichen Bauten Deutschlands verwirklichen konnte.